Hackerattacke bei ThyssenKrupp

Quelle: © thyssenkrupp AG

Der Industriekonzern ThyssenKrupp ist Ziel einer groß angelegten Hackerattacke geworden. Es ist der erste Angriff, den ein deutsches Großunternehmen öffentlich zugibt. Einer straff organisierten Cyberbande ist es im Frühjahr gelungen, in das weltweit verzweigte Unternehmensnetz von Thyssenkrupp einzudringen und wollte insbesondere in den beiden Geschäftsbereichen Industrial Solutions und Steel Europe technologisches Know-how und Forschungsergebnisse stehlen. In der auf den Bau von Großanlagen spezialisierten Sparte Industrial Solutions waren demnach mehrere Standorte in Europa, Indien, Argentinien und den USA betroffen. In der Stahl-Sparte griffen die Hacker das Walzwerk Hohenlimburg in Hagen an. Indizien deuten darauf hin, dass die Cyberspione aus dem südostasiatischen Raum kommen und sich langfristig in den IT-Systemen einnisten wollten. Nahezu perfekt versteckten die Hacker in den IT-Systemen Backdoors, („Hintertüren“), um auf wertvolle Informationen zugreifen zu können. Forensische Analysen hätten ergeben, dass die Täter aller Voraussicht nach „mit staatlicher Hilfe und den besten Angriffstechniken hochgerüstet“ gewesen seien.

Das konzerneigene Notfallzentrum CERT (Computer Emergency Response Team) hatte den Angriff im April entdeckt. Thyssenkrupp hat nach eigenen Angaben die Ermittlungsbehörden eingeschaltet und Anzeige erstattet. Die Attacken sind nach einer „sechsmonatigen Abwehrschlacht“ inzwischen erfolgreich abgewehrt und die befallenen IT-Systeme wurden gesäubert. Die Themen Schutz vor Cyber-Attacken und Herausforderungen der Digitalisierung  werden auf dem Münchner Cyber Dialog am 29. Juni 2017 thematisiert.