Digitalisierung und Automatisierung in der Produktion – VDMA präsentiert aktuelle Zahlen

Bildquelle: Kuka

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Die Robotik und Automation in Deutschland hat laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) 2015 das Rekord-Umsatzvolumen von 12,2 Milliarden Euro erreicht – ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das Wachstum der deutschen Robotik- und Automationsbranche insgesamt prognostiziert der VDMA für 2016 abermals einen Umsatzrekord von 12,5 Milliarden Euro (plus 2 Prozent).

Steigende Nachfrage aus In- und Ausland
In den Regionen wurden die größten Umsatzanteile 2015 mit 45 Prozent im deutschen Heimatmarkt erreicht – innerhalb Europas (ohne Deutschland) waren es 24 Prozent. Größter ausländischer Einzelmarkt für die Branche ist China mit einem Umsatzanteil von 11 Prozent. Nordamerika liegt mit 9 Prozent an zweiter Stelle. Seit 2010 ist der Exportanteil der Branche kontinuierlich gestiegen auf zuletzt 55 Prozent.

Fabriken setzen weltweit auf Industrie-Roboter
Der globale Robotereinsatz entwickelt sich seit Jahren expansiv. Zwischen 2010 und 2015 wurden weltweit rund 1,1 Millionen neue Industrieroboter installiert, berichtet die International Federation of Robotics (IFR). Die Roboter-Nachfrage wird den IFR-Prognosen zufolge auch in den kommenden Jahren einen sehr dynamischen Verlauf nehmen. Bis 2018 werden in den Fabriken der Welt 2,3 Millionen Industrie-Roboter installiert sein – das entspricht einem durchschnittlichen Jahreswachstum des Roboterbestandes von 12 Prozent (2016-2018).

Digitale Transformation der Industriearbeit
Die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung der Produktion verändert die Arbeitswelt. In der Zukunft werden menschliche und maschinelle Fähigkeiten intelligenter kombiniert als jemals zuvor. Das wird nicht nur die Produktivität erhöhen, sondern auch die Qualität der Arbeitsplätze deutlich verbessern. Durch smarte Assistenzsysteme können Handarbeitsplätze in der variantenreichen Montage ergonomischer und fehlerfrei gestaltet werden. Mit der Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) wird der Roboter zum Assistenten des Werkers. Während einfache, repetitive und körperlich anstrengende Tätigkeiten zunehmend automatisiert werden, spielt der Mensch mit seiner besonderen Urteilsfähigkeit, Flexibilität und Kreativität auch in Zukunft die zentrale Rolle. Die Kombination von menschlichen Fähigkeiten und Robotik ist ein Erfolgsrezept und spiegelt sich beispielsweise bei den deutschen Autobauern wider: Zwischen 2010 und 2015 stieg der Roboterbestand in der deutschen Automobilindustrie um 17 Prozent, während die Beschäftigtenzahl um 13 Prozent zunahm. Die digitale Transformation der Arbeitswelt stellt dabei neue Anforderungen an das Bildungssystem. Ausbildungsberufe wie beispielsweise Mechatroniker und Produktionstechnologe sind wegweisend. Berufsschulen sollen nach Vorstellung des VDMA mit der technischen Entwicklung Schritt halten und entsprechend ausgerüstet werden.

Auf dem Münchner Cyber Dialog 2016 wird Dr. Michael Haag von KUKA Roboter GmbH über die Vorteile des Einsatzes „smarter“ Industrieroboter im Produktionsprozess sprechen.